Piercing....ohne Reue!
Die Wahl des Piercers
Bei der Wahl eures Piercers und Studios solltet Ihr größtmögliche Sorgfalt walten lassen
und Euch vorab genau Informieren.Seit Beginn der achtziger Jahre lassen sich immer mehr Leute Piercen
somit steigt auch stetig die Zahl derer die meinen piercen zu können.
“Mal mit ner Nadel geschwind ein Loch stechen und dann den Schmuck einsetzten, “kann doch nicht
so schwer sein”
Weit gefehlt, es gibt sehr vieles was zu beachten ist wie :
Anatomiewissen, Gesetzliche Vorgaben und Bestimmungen
bei der Verwendung von Schmuck, Altersbeschränkungen, Schmuckart und Platzierung, Hygiene
und vieles mehr.
Viele selbsternannte Piercer haben noch nicht einmal einen Lehrgang gemacht oder sind sich
darüber im klaren was ein falsch gesetztes Piercing für Komplikationen hervorrufen kann,
geschweige die Folgeschäden die entstehen können wenn z.B. Gefäße verletzt werden oder
ein Piercing gesetzt wird ob wohl es die Anatomischen Gegebenheiten gar nicht erlauben dieses
Piercing zu setzten, von Infektionen oder Allergischen Reaktionen mal ganz abgesehen.
Ort und Hygiene
Mit Sicherheit ist ein “Trendladen” das Nebenzimmer einer Kneipe, das Rockfestival oder der Optiker
um die Ecke auch nicht der geeignete Ort sich Piercen zu lassen.
Wer auch glaubt bei einem Arzt in guten Händen zu sein ist ebenfalls meistens auf dem Holzweg,
zumal ein Arzt zwar die nötige Hygiene aufbringen mag, in der Regel aber von “tuten und blasen”
keine Ahnung hat.Hinzu kommt das ein Arzt rein Rechtlich gesehen sich sogar Strafbar macht
weil er durch das setzten eines Piercings gegen seinen Hippokratischen Eid verstößt, den laut Gesetz
ist ein Piercing “eine gewollte Körperverletzung” sprich “Selbstverstümmelung” und das steht
im krassen Gegensatz zu seinem Eid.
Der Eid im Wortlaut gibt es hier!
Grundregeln:
. Erkundigt euch ganz genau welches Studio die entsprechen Voraussetzungen erfüllt,
lasst euch bezüglich eures geplanten Piercings ausführlich Beraten und aufklären
und spielt nicht mit eurer Gesundheit.
. Jedes frische Piercing ist eine offene Wunde und sollte auch als solche behandelt werden !
. Sauberkeit und Hygiene sind das oberste Gebot !
. Weiterhin gilt zu beachten : Niemals die gepiercte Stelle oder den Schmuck mit ungewaschenen
Händen berühren.
. Zur Reinigung und Pflege des Piercings sollten nur geeignete Desinfektionsmittel verwendet werden.
. Bei Piercings im Mundbereich wie z.B. Zunge, Madonna, Lippenbändchen
und Unterlippe sollte zur Unterstützung mehrmals täglich mit einer antibakteriellen
Mundspülung gespült werden.
. Auf den Besuch von Schwimmbad, Sauna und Solarium, sowie das Baden in Meer- oder Seewasser
solltet Ihr aus hygienischen Gründen mehrere Wochen verzichten.
Heilung:
Bei der Wundheilung (Epithelisierung) erneuern sich die Hautzellen
von außen nach innen.
Aus diesem Grund müsst Ihr darauf achten, dass Ihr mit dem Piercing nicht hängen bleibt oder
zu starker Druck ausübt wird, da die Haut sonst wieder aufbricht und sich der Heilungsprozess
dadurch verlängert.
Tragt lockere und nicht zu eng anliegende Kleidung, die zudem nicht fusseln sollte.
Die einzelnen Heilungszeiten sind von Person zu Person verschieden, abhängig von der Art des Piercings,
der körperlichen Verfassung und der Pflege.
Sprüche wie : “mein Piercing war nach 2 bis 3 Wochen verheilt” kann man vergessen.
Bis sich sämtliche Hautschichten erneuert haben und der Stichkanal vollständig verheilt ist kann es bei
manchen Piercings bis zu 6-9 Monaten oder länger dauern.
Allerdings sollte man bei guter Pflege nach ein paar Wochen, “Beschwerdefrei” sein.
Der Schmuck:
. Für jeden Piercing gibt es den richtigen Schmuck wie Stäbe, Ringe usw.
weiterhin ist darauf zu achten, das nur Schmuck verwendet wird der den entsprechenden
Gesetzgebungen wie der Bedarfsgegenständeverordnung entsprechen.
Hierzu gehören u.a. Titan, Niobium und PTFE.
. Chirurgenstahl erfüllt diese Anforderungen nicht und ist somit für den Ersteinsatz ungeeignet !!!
. Grundsätzlich ist darauf zu achten das die Richtige Materialstärke verwendet wird.
. Normale Kreolen sind als Ohrringe gedacht und sollen es auch bleiben denn durch die geringe
Materialstärke der Bügel mit 0,8 bis 0,9 mm kann es beim Einsatz an anderen Körperstellen
zu erheblichen Verletzungen kommen.
Man spricht hier vom “Klavierseiteneffekt” wo es zu Einschneidungen in das Gewebe oder
gar zu Verwachsungen kommen kann. Lasst euch also bezüglich des geplanten Piercing bei
einem Piercer eures Vertrauens ausführlich aufklären und beraten.
. Den Richtigen Schmuck für ein Piercing bekommt ihr in der Regel auch nur beim Piercer und nicht
bei Uhrmacher und schon gar nicht im Kaufhaus !
Das Piercing Entfernen:
Sollte das Piercing einmal entfernt werden müssen
z.B. weil Ihr es nicht mehr tragen wollt,gibt es einige Dinge die unbedingt beachtet werden müssen.
. Vor dem Herausnehmen muss die betreffende Stelle gründlich gereinigt und desinfiziert werden.
. Mit sauberen Händen, besser noch desinfiziert (z.B. mit Sterilium) den Schmuck öffnen
und vorsichtig heraus nehmen.
. Von nun an sollte die betroffene Stelle bis zur entgültigen Verheilung sauber gehalten werden.
. Um einer eventuellen Narbenbildung entgegen zu wirken, sollte eine spezielle Narbensalbe
aus der Apotheke aufgetragen werden.
Man wird jedoch in den meisten Fällen über sehr lange Zeit sehen wo das Piercing war.
. Müsst Ihr das Piercing einmal nur Kurzfristig entfernen, z.B. bei einem Arztbesuch oder Bewerbungsgespräch oder
verliert ihr es versehentlich einmal bedenkt bitte:
. Verschiedene Piercings verschließen sich sehr schnell oder ziehen sich so weit zusammen das Ihr
den Schmuck oftmals nicht mehr alleine wieder einsetzten könnt.
. Versucht es bitte nicht mit Gewalt sondern sucht schnellstens euren Piercer auf, da dieser
Euch eher Helfen kann.
. Gerade bei Röntgenuntersuchungen, Zahn oder Kieferortopädischen Behandlungen
gibt es die Alternative PTFE die in der Regel von vielen Ärzten gestattet oder toleriert wird.






